Drei Eigenschaften sind es, die Gold zum idealen Werkstoff für Schmuck
machen: seine leuchtende Farbe, chemische Beständigkeit und ausgezeichnete Formbarkeit.
Letztere ist so extrem, dass es mit einfachen Geräten gelingt, haarfeine Drähte
und hauchdünne, durchscheinende Folien (Blattgold) herzustellen.
Für die Schmuckfertigung ist diese Eigenschaft nicht nur von Vorteil, denn was sich
leicht formen lässt, das lässt sich auch leicht ver-formen. Feingold wird (heute)
nur dort verwendet, wo es nicht stark belastet wird, z.B. in Kombination mit einem
festeren Trägermaterial.
Um eine ausreichende Stabilität zu erzielen, muss die Plastizität
des Materials verringert werden. Wie bei den meisten Metallen wird die
Festigkeit
durch
Schmieden
oder andere mechanische Bearbeitung etwas verbessert, doch das
allein reicht normalerweise nicht aus.
Mehr Wirkung zeigt das Legieren, also die Beimengung anderer Metalle. Gold löst
nämlich im flüssigen Zustand sehr viele Metalle, edle wie unedle, und es behält
die Lösung auch unmittelbar nach der Erstarrung meist aufrecht, so dass einheitliche
sog. Mischkristalle entstehen. Mit fortschreitender Abkühlung nehmen - wie im
menschlichen Leben - die Spannungen zwischen den Partnern zu, und oft bilden sich
dann neue Gruppierungen oder Strukturen. Diese setzen äußeren Kräften erheblich
mehr Widerstand entgegen als die reinen Komponenten.
Auf diese Weise lassen sich Goldlegierungen
mit nahezu jeder gewünschten Festigkeit herstellen, von butterweich
bis stahlhart.
Nun werden aber durch das Legieren nicht nur die mechanischen, sondern
auch alle anderen Eigenschaften verändert. Und das bedeutet in diesem Fall, dass
sowohl die Farbe als auch die Beständigkeit gegen
Korrosion
nicht besser werden.
Es läuft also auf einen Kompromiss hinaus: das Gute weitgehend zu
bewahren und das weniger Gute zu verbessern.
Dank der Natur und der Metallurgie können die Ergebnisse durchaus überzeugen.